zondag 5 april 2009

Johannes Passion 1745 - G.Ph. Telemann

In unserer Supermarkt hing eine Einladung zur Johannespassion von Telemann.

Das Telemann auch Passionsmusik geschrieben hat, wußten wir wohl, aber gehört haben wir es bis heute noch nie. Um Palmsonntag wird meistens Bach's Mathäus- oder Johannespassion gespielt und wir waren schon in viele Konzerte von Profimusiker und Amateure. Also, wir waren neugierig und ich hatte Karten besorgt.

Heuteabend um 20:00 fing es in der Remigiuskirche hier bei uns in Borken an. Wir kannten keiner der Mitwirkenden, aber das hat natürlich keine Bedeutung. Wir hatten heute herrliches Wetter, aber nicht sehr warm und ich habe vorsorglich meine Walkjacke angezogen, für den Fall dass es kühl in der Kirche sein wurde. Und es war kalt und viel schlimmer: die Bänke sind sehr hart und unkomfortabel. In dem Programm wurde keine Pause angegeben und ich habe angst bekommen, die Zeit nicht durchhalten zu können. Und tatsächlich dauerte das Ganze zwei Stunden ohne Pause.

Trotz allem sind die zwei Stunden vorbei gerast, weil ich die Musik genossen habe. Wunderschöne Rezitativen, sehr schön von ein Henning Klocke vorgetragen. Eine sehr überzeugende Jesuspartie durch Michael Nonhoff. Am besten hat mir die Interpretation von Christina Elting (Sopran) gefallen durch ihre schöne klare Stimme ohne überflüssiges Vibrato. Die Alt Ina-Susanna Hirschfeld hat mich weniger überzeugt. Ihre Wörte konnte ich schlecht verstehen; zum Glück gab es ein Textheft.

Auch das Kourion-Orchester aus Münster hatte ich noch nie gehört und ihr Klang hat mir auch gefallen. In der Kirche ist die Akustik nicht sehr gut, aber darauf stellt man sich vorher ein, genau so mit der warme Kleidung und das Wissen mit Rückenschmerzen nach draußen zu gehen. Es gehört dazu.

Es wurde zum Schluß nicht geklatscht. Es blieb ganz lange totstill nachdem die Musik zuende war. Das war auch sehr beeindruckend als in der Handlung Jesus am Kreuz stirbt. Sowohl Herr Klocke als Nonhoff war die musikalische Spanning am Körper zu sehen und das Publikum traute sich einfach nicht zu bewegen. Ich habe sowas selten erlebt. Ein sehr besonderer Erlebnis. Neben uns stand ein Rollstuhl mit darin einen Herr mit Parkinsonsche Krankheit (so dachten wir). Bevor die Musik angefangen hatte, habe ich beobachtet wie er sich mit seine Begleiterin unterhalten hat und dabei übers ganze Körper gezittert hat. Während die ganze zwei Stunden Musikerlebnis hat er sich nicht gerührt. Kein zittern. Interessant nicht wahr?

Die Chorpartie wurde gesungen vom Junger Chor Borken und die Leitung vom Ganze hatte Thomas König.

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